Sind Apps wirklich kostenlos

Smartphones sind bei Kindern und Jugendlichen beliebt. Vor allem weil die Geräte mit vielen kostenlosen Apps aus den App-Stores von Google, Apple und Microsoft erweitert werden können. Sehr häufig finden sich professionelle Apps darunter, die ohne Zahlung genutzt werden können. Dabei drängt sich die Frage auf, sind Apps wirklich kostenlos?

Apps sind kleine Computerprogramme, die von Softwareentwicklern erstellt werden. Einfache Apps können in wenigen Stunden programmiert werden, während für aufwendige Apps oft größere Entwicklerteams arbeiten, die dann ein Vielfaches an Arbeitsstunden benötigen. Aber auch ein Softwareentwickler benötigt ein Gehalt zum Leben. Wenn aber kein Geld durch den Verkauf einer App fließt, wie kann mit der App trotzdem Geld verdient werden?

Möglichkeiten mit Apps Geld zu verdienen

Es gibt mehrere Möglichkeiten, mit kostenlosen Apps Geld zu verdienen:

  • Es handelt sich um eine Testversion einer kostenpflichtigen App. Die Nutzungsmöglichkeit der App ist zeitbeschränkt oder es fehlen Funktionen in der kostenlosen Variante. Wer die App gut findet und länger Nutzen möchte oder alle Funktionen benötigt, muss die kostenpflichte Version der App erwerben.
  • Werbung wird in der App eingeblendet. Wird auf den Werbebanner gedrückt und in der Folge ein Verkauf durchgeführt, erhält der Programmierer eine Provision für den Verkauf. In manchen Fällen kann sich auch eine teure Abofalle oder der Versand einer kostenpflichtigen Premium-SMS hinter der Werbung verstecken. Oder wenn die Werbung nervt, kann meistens auch eine kostenpflichtige werbefreie Version der App erworben werden.
  • Sehr lukrativ sind auch sogenannte In-App-Käufe für den Hersteller. Meistens sind In-App-Käufe bei Smartphone-Computerspielen zu finden. Die App ist kostenlos erhältlich. Möchte man dann die nächste Spielstufe schneller erreichen oder bessere Ergebnisse im Spiel erzielen, können zusätzliche kostenpflichtige Ausrüstungsgegenstände erworben werden. Dieses Erlösmodell sorgt für mittlerweile 95% des Umsatzes für Spieleentwickler.
  • Daten des Smartphone-Nutzers, wie z.B. Bewegungs- oder Nutzungsprofile, werden an Firmen weiterverkauft. Diese Daten können zum Beispiel für Marktforschungszwecke verwendet werden. Oder die Adressen aus dem Telefonbuch können für den Versand von Werbung genutzt werden.

Wie sollte man mit kostenlosen Apps umgehen

Apps sollten nur von vertrauenswürdigen Quellen bezogen werden. Dies sind z.B. die App-Stores von Google, Apple oder Microsoft. Hier sind die App-Entwickler an Richtlinien gebunden, die bei einem Verstoß zum Ausschluss aus dem App-Store führen. Da der Anbieter des App-Stores die eingereichten Apps prüft, sollten hier keine gefährlichen Programme zu erwarten sein.

Bei der Installation einer App werden die notwendigen Berechtigungen angezeigt, die die App für die Ausführung benötigt.  Abhängig von den Funktionen der App sollen Sie hellhörig werden, wenn beispielsweise eine Taschenlampen-App Zugriff auf persönliche Daten oder Nutzung von Standortdaten anfordert. Im Zweifelsfall sollten Sie diese App nicht verwenden.

Achten Sie bei der Installation von Apps auf dem Smartphone Ihres Kindes, dass in der App keine Werbung von Drittanbietern angezeigt wird. Werbung des App-Herstellers für das eigene Programm sollte auch für das Kind eindeutig als Werbung erkennbar sein.

Sicherheitsmaßnahmen

In-App-Käufe und die Installation von Apps können Sie durch Einstellungen im Betriebssystem des Smartphone verhindern. Genauso können Sie die Nutzung von Standortdiensten im Betriebssystem beschränken. Zusätzlich sollten Sie kostenpflichtige Sonderrufnummern bei Ihrem Telekommunikations-Provider sperren lassen. Genaue Informationen zu den Sicherheitsmaßnahmen finden Sie im Buch „Kindersicherheit im Internet“.