Jugendschutzprogramme – Mangelnde Filterleistungen

Jugendschutzprogramme sollen minderjährige Kinder und Jugendliche vor beeinträchtigenden oder gefährdenden Inhalten im Internet schützen. Ein Filterprogramm muss die Kriterien der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) erfüllen, um eine Anerkennung als Jugendschutzprogramm zu erhalten. Aktuell erfüllen vier Programme die Kriterien. Die KJM ist allerdings unzufrieden über die Filterleistungen mehrerer Jugendschutzprogramme.

Anerkannte Jugendschutzprogramme

Von der KJM wurden bisher vier Jugendschutzprogramme anerkannt. Diese sind

  • Kinderschutz Software von Deutsche Telekom AG (seit Februar 2012)
  • JusProg-Jugendschutzprogramm von JusProg e.V. (seit Februar 2012)
  • SURF SITTER Plug & Play von Cybits AG (seit März 2015)
  • SURF SITTER PC (Vollversion) von Cybits AG (seit März 2015)

Mit Hilfe eines anerkannten Jugendschutzprogramms können Eltern Internetangebote sperren oder freigeben, die nicht dem Alter ihres Kindes entsprechen. Hierzu liest das Jugendschutzprogramm eine technische Kennzeichnung im Inhalt der Webseite aus, die der Anbieter für seine Inhalte angibt.

Mangelnde Filterleistungen

Im aktuellen Filtertest von jugendschutz.net zeigte sich, dass die Filterleistung der getesteten deutschen Jugendschutzprogramme im Vergleich zum Vorjahr nachgelassen hat. Die Fehlerquote liegt knapp unter 25%. Die von der KJM anerkannten Programme von JusProg und Telekom hatten zwar niedrigere Fehlerquoten als die meisten anderen Filterprogramme, aber das Ergebnis ist insgesamt nicht mehr zufrieden stellend. Besonders bei Rassismus und Gewaltdarstellungen ist die Filterleistung fehlerhaft. (Quelle: KJM-Pressemitteilung 01/2015)

Im Test waren insgesamt elf Programme für PC und Mobilgeräte. Getestet wurden Cybits Surf-Sitter (PC), Cybits Surf-Sitter Plug&Play (Router), JusProg Software (PC), Windows Family Safety (PC), Telekom Kinderschutz Software (PC), iOS (iPad), K9 Web Protection Browser (Android, iOS), Net Nanny (Android, iOS), Telekom Surfgarten (iOS) und Vodafone Child Protect (Android).

Fazit

Obwohl die angebotenen Filterprogramme Schwächen zeigen, ist der Einsatz unumgänglich, wenn sich Ihr Kind ohne Ihre Begleitung im Internet bewegt. Bei kleineren Kindern können Sie durch eine Whitelist festlegen, welche Webseiten Ihr Kind nutzen kann. Für Jugendliche ist neben einem technischen Schutz auch Medienkompetenz notwendig.