Auszug aus dem Ratgeber Kindersicherheit im Internet

4.4 SMARTPHONE

Beschreibung

Mit einem Smartphone können Sie wie mit einem normalen Handy telefonieren, SMS/MMS schreiben und fotografieren. Deshalb gelten die gleichen Aussagen zu den Risiken wie im vorherigen Kapitel über Handys. Zusätzlich haben Smartphones als Ausstattung Touchscreens, Lagesensoren und ein GPS-Modul. Smartphones sind mittlerweile Computer im Miniformat, die sich mit kleinen Zusatzprogrammen, den Applikationen – kurz: Apps, erweitern lassen. Hier finden sich für so ziemlich alle Aufgaben Apps: Radio hören, Musik und Videos abspielen, Nachrichten lesen, Orts-Navigation, zeichnen, E-Mail schreiben, chatten, Internet-Surfen und Social-Media.

Risiken und Maßnahmen

Risiko Maßnahme
Überhöhte Gebührenrechnung
  • Auswahl eines passenden Prepaid-Tarifs ohne automatische Aufladung oder eines Tarifs mit Vertragsbindung
  • Information des Kindes über Kosten
  • Deaktivieren von Roaming
  • Kauf einer SIM-Karte eines ausländischen Netzbetreibers bei Auslandsaufenthalt
  • Sperre von Sonderrufnummern und Mehrwertdiensten von Mobilfunk- und Drittanbietern durch den Kundenservice des Providers

Zusätzlich bei Smartphones

  • Auswahl eines Tarifs mit Internetflatrate
Datenmanipulation und Ausspähung durch Dritte
  • Deaktivieren von Bluetooth in den Geräteeinstellungen

Zusätzlich bei Smartphones

  • Deaktivieren von WLAN und NFC in den Geräteeinstellungen
  • Vorsicht bei der Installation und Konfiguration von Apps
Datenausspähung durch Apps
  • Prüfen der angeforderten Berechtigungen durch die App
  • Durchführen nur manueller Updates und dabei Berechtigungen der App prüfen
  • Verhinderung der Bekanntgabe von Standortdaten
  • Installation von Apps nur aus vertrauenswürdigen Quellen
Jugendgefährdende Webinhalte
  • Installation von Jugendschutzfiltern
  • Konfiguration von Jugendschutzeinstellungen
  • Einrichten eines gesicherten Heimnetzwerks
Zusatzausgaben durch Apps und In-App-Käufe
  • Verhindern der Kaufmöglichkeit
Nutzungskontrolle
  • Einrichten einer PIN-Sperre

Tabelle 8: Risiken und Maßnahmen bei Smartphones

Überhöhte Gebührenrechnung

Für ein Smartphone ist ein Handytarif mit einer Internetflatrate-Option ein unbedingtes Muss. Smartphones verbinden sich in regelmäßigen Abständen mit dem Internet um Updates für Apps, neue E-Mails und aktuelle Social-Media-Nachrichten zu holen. Ohne Internet-Flatrate können für den Datentransfer leicht monatliche Gebühren von über tausend Euro anfallen.

Datenmanipulation und Datenausspähung

Auch die Möglichkeit der Datenausspähung ist auf dem Smartphone wesentlich umfangreicher. Diese Gefahren möglichst zu verhindern, wird anhand der beiden meistverbreiteten Smartphone-Betriebssysteme betrachtet.

Jugendgefährdende Webinhalte

Die Darstellung von nicht altersgerechten Inhalten ist eine weitere Gefahr eines Smartphones. Durch den Internet Browser kann auf das vollständige Webseitenangebot des Internets zu gegriffen werden.

Zusatzausgaben durch Apps und In-App-Käufe

Weiterhin bestehen durch den Download von Apps und anderen Bezahl-Angeboten die Gefahren von zusätzlichen Kosten. Softwarehersteller nutzen mittlerweile verstärkt die Gelegenheit, durch sogenannte In-App-Käufe zusätzliches Geld zu verdienen. Hochwertige aufwändige Spiele sind kostenlos oder zu geringen Kosten im App-Store verfügbar. Möchte der Spieler bessere Erfolge erzielen, kann er z. B. in einem Rennspiel bessere Reifen oder einen stärkeren Motor dazukaufen. Diese zusätzlichen Ausrüstungsgegenstände können sich zu mehreren hundert Euro aufsummieren.

Tipp: Bevor Sie das Smartphone Ihrem Kind überlassen, empfehle ich Ihnen, dass Sie die kindersichere Konfiguration bereits vorher einrichten. Dadurch ersparen Sie sich langwierige Diskussionen, warum Funktionen gesperrt sind und Apps fehlen.