Auszug aus dem Ratgeber Kindersicherheit im Internet

4.3 HANDY

Beschreibung

Dieses Kapitel behandelt das Handy im klassischen Sinn, das nur zum Telefonieren und SMS-Schreiben geeignet ist. Als Zusatzausstattung sind eventuell eine Kamera und kleinere Spiele integriert. Die Generation der Smartphones wird im nächsten Kapitel besprochen.

Risiken und Maßnahmen

Risiko Maßnahme
Überhöhte Gebührenrechnung
  • Auswahl eines passenden Prepaid-Tarifs ohne automatische Aufladung oder eines Tarifs mit Vertragsbindung
  • Information des Kindes über Kosten
  • Deaktivieren von Roaming
  • Kauf einer SIM-Karte eines ausländischen Netzbetreibers bei Auslandsaufenthalt
  • Sperre von Sonderrufnummern und Mehrwertdiensten von Mobilfunk- und Drittanbietern durch den Kundenservice des Providers
Datenmanipulation und –Ausspähung durch Dritte
  • Deaktivieren von Bluetooth in den Geräteeinstellungen

Tabelle 7: Risiken und Maßnahmen bei Handys

Überhöhte Gebührenrechnung

Das größte Risiko beim Handy-Einsatz durch Kinder und Jugendliche ist die Gefahr einer überhöhten Gebührenrechnung. Ursache sind Tarife, die nicht zur jeweiligen Nutzung passen. Sinnvoll sind Prepaid-Tarife, die nach dem Abtelefonieren des Guthabens wieder aufgeladen werden müssen. Allerdings gibt es bei manchen Prepaid-Tarifen auch Fallstricke. In den Tarifbedingungen sind oft Klauseln enthalten, dass bei abtelefoniertem Guthaben eine automatische Aufladung erfolgt. Eventuell ist auch ein Tarif mit Vertragsbindung sinnvoll, der eine Flatrate für Telefonate und SMS/MMS beinhaltet. Vor Abschluss des Vertrages sollten Sie aber unbedingt die Tarifbedingungen genau prüfen, ob dieser Tarif für Ihr Kind geeignet ist.

Nachdem Sie einen passenden Tarif gefunden haben, sollten Sie Ihr Kind über die Gebühren für Telefongespräche und die Nutzung von SMS/MMS informieren. Nur dadurch lernt Ihr Kind, die Kosten für die Nutzung des Handys abzuschätzen.

Eine oft übersehene Kostenfalle ist das Roaming. Hier bucht sich das Handy über ein fremdes Netz in das eigene Telefonnetz ein. Dabei fallen sogenannte Roaming-Gebühren an. Dies kann in Grenznähe passieren, wenn ein fremdes Handynetz stärker als das Netz des eigenen Providers ist. Häufig erleben Eltern nach einem Schüleraustausch die große Überraschung, wenn die Handyrechnung des Providers eintrifft. Gesprächsminuten vom Ausland nach Hause sind generell teurer als Inlandsgespräche, zusätzlich kommen die Kosten für das Roaming hinzu. Zur Vermeidung dieser Kosten kann das Roaming deaktiviert und/oder eine Telefonkarte eines ausländischen Telefonproviders erworben werden. Wie Sie das Roaming deaktivieren, finden Sie in der Bedienungsanleitung des Handyherstellers.

Teure Sonderrufnummern, zum Beispiel 0137er-, 0118er-, und 0900er-Rufnummern, werden häufig zur Abrechnung telefonischer Dienstleistungen eingesetzt. Dazu zählen u. a. Sexhotlines, Flirthoroskope oder Sportergebnisse. Eine beliebte Methode zum Abzocken sind sogenannte Ping-Anrufe. Das Handy klingelt nur einmal kurz, um den Inhaber dazu zu bringen, eine teure Rufnummer zurück zu rufen. Außerdem rechnen Mobilfunkprovider sogenannte Mehrwertdienste von Drittanbietern über die Handyrechnung ab. Zu den Mehrwertdiensten dieser Drittanbieter gehören, z. B. Handy-Games, Klingeltöne, Bildschirmschoner und Logos. Die Abrechnung erfolgt über sogenannte Premium-SMS. Bei diesen Angeboten kann es sich auch um Abonnements dieser Dienstleistungen handeln. Die Sonderrufnummern sowie die Mehrwertdienste von Mobilfunk- und Drittanbietern können Sie bei Ihrem Telefonprovider sperren lassen.

Datenmanipulation und -ausspähung

Ein weiteres Risiko ist die Datenmanipulation und -ausspähung durch dritte Personen. Dies wird durch den Bluetooth-Datenübertragungsstandard je nach Räumlichkeit bis zu 10 Meter ermöglicht, wenn dieser falsch konfiguriert oder durch den Hersteller fehlerhaft implementiert wurde. Möglich sind dadurch das Lesen oder Verändern des Telefonbuchs, Ausspähen privater Fotos, Anruf kostenpflichtiger Hotlines und Versand kostenpflichtiger SMS. Dies kann verhindert werden, wenn das Bluetooth-Protokoll bei Nichtbenutzung deaktiviert wird. Die Beschreibung hierzu finden Sie in Ihrer Handy-Bedienungsanleitung.