Auszug aus dem Ratgeber Kindersicherheit im Internet

3 ALTERSKENNZEICHNUNGSSYSTEME

Das Angebot von Filmen und von Computer- und Videospielen im Handel ist vielfältig. Nicht alle sind für Kinder geeignet. Die gesetzliche Grundlage für das Medienangebot, das an Kinder und Jugendliche gerichtet wird, ist der Jugendmedienschutz-Staatsvertrag mit Ergänzungen durch das Jugendschutzgesetz. Darin wird unterschieden zwischen entwicklungsbeeinträchtigenden und unzulässigen Medien. Unzulässige Medien dürfen nicht verbreitet werden, diese werden auch strafrechtlich verfolgt. Unzulässig sind Medien, wenn sie unter anderem

  • zum Hass gegen Teile der Bevölkerung aufstacheln
  • Propaganda gegen die freiheitliche Grundordnung enthalten
  • den Krieg verherrlichen
  • gegen die Menschenwürde verstoßen
  • Verbrechen während nationalsozialistischer Herrschaft verharmlosen oder leugnen
  • Kinder und Jugendliche in unnatürlichen geschlechtsbetonter Körperhaltung zeigen.

Bei entwicklungsbeeinträchtigenden Angeboten muss sichergestellt werden, dass Kinder und Jugendliche keinen Zugang zu diesen Medien haben. Dies geschieht durch Sendezeitbeschränkungen im Fernsehen, z. B. dürfen für Kinder gefährdende Sendungen nur zwischen 22.00 und 6.00 Uhr gesendet werden. Angebote im Internet müssen durch ein Altersverifikationssystem gesichert werden. Zu den entwicklungsbeeinträchtigenden Medien gehören

  • sonstige pornografische Inhalte
  • unsittliche oder verrohende Inhalte
  • Inhalte die zu Gewalttätigkeit, Verbrechen oder Rassenhass aufhetzen
  • Angebote, die offensichtlich geeignet sind, die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen oder ihre Erziehung schwer gefährden.

Alterskennzeichen sind eine wertvolle Hilfestellung für die Eltern bei der Auswahl von Medien entsprechend der Altersgruppe für ihr Kind. Allerdings ist die Alterskennzeichnung keine qualitative oder pädagogische Empfehlung für ein Spiel oder einen Film. Es sagt nicht aus, ob das Spiel für das Kind spielbar und der Film verständlich ist.